Glaube nur der Statistik, die Du selber gefälscht hast!

Es mag ja vielleicht ungewöhnlich sein, wenn ein Kandidat den Wählern die Empfehlung ausspricht, die Webseite des Gegenkandidaten zu besuchen.

In diesem Fall tue ich es. Es ist schon beeindruckend, wie Herr Reitemann in seinen Texten Erreichtes für sich rekapituliert, das er nun wirklich nicht auf seine Fahnen heften kann. Man gewinnt zum Beispiel den Eindruck, dass das gegründete Generationennetzwerk sein Werk ist.

Wenn ich aber unter dem Stichwort Wirtschaftsförderung nachlesen kann, dass der Wirtschaftsförderer über 2 Mio. Fördergelder eingeworben hat, aus denen dann 18 Mio.Investitionen folgten, fällt mir nur der Spruch ein: „glaube nur der Statistik, die Du selber gefälscht hast.“ So gehöre ich mit meiner Firma zu den Betrieben, die Herr Martin im letzten Jahr im Rahmen einer Förderungsmaßnahme besucht hat. Dreimal, wovon zwei absolut unnötig waren (zuletzt einfach nur um mir mitzuteilen, dass ich noch eine Art Lebenslauf abliefern soll). Ein Akt der mit einem kurzen Anruf erledigt gewesen wäre. Und nicht auf Initiative der Wirtschaftsförderung kam es zu den Kontakten, sonder deshalb, weil ich einen Antrag aus einem Förderprogramm gestellt habe und mir nichts anderes übrig blieb, als über diese Stabsstelle die Formalitäten abzuwickeln. In der Jahresbilanz der Wirtschaftsförderung wurden im Dezember 2014 vor dem Gemeinderat 30 Firmenberatungstermine und davon 20 Vororttermine als Leistung herausgestellt. Wenn ich mir überlege, dass allein meine Firma davon 10% abgedeckt hat, kann ich die Gesamtbilanz eigentlich nur als lausig bezeichnen.

Ich habe in 2014 einen Bike-Laden gegründet, einen Backshop übernommen und den auch in den Augen von Herrn Reitemann und Herrn Barreiss wichtigen Fahrkartenverkauf als Agentur weiterführt. Während Nagelstudios, Physiotherapiepraxen, oder damals kurz vor der Pleite die Firma Schlecker (für ihren gelungenen Umbau) Urkunden mit den besten Wünschen der Stadt und des Gemeinderates erhielten, bekam ich weder einen Besuch, noch ein Schreiben.

Ich war dann auch sehr überrascht letzte Woche den Anruf von der Stabsstelle der Wirtschaftsförderung zu erhalten mit der Ankündigung, dass mich Herr Reitemann mit Herrn Martin in der Woche nach dem 8.3. besuchen und sich ein Bild vom umgebauten Fahrkartenschalter machen möchte. Meine Rückfrage, weshalb er nicht zur offiziellen Eröffnung diesen Mittwoch erscheinen will, hat man mir mit Hinweis auf Termingründe abgelehnt. Meine Frage, ob der OB Angst hat mit mir vor der Wahl auf einem gemeinsamen Bild abgelichtet zu werden, hat meine Gesprächspartnerin als Provokation interpretiert.

Liebe Presse, wenn Sie schon ein Meinungsbild der Besucher der Veranstaltung vom Freitag veröffentlichen, dann erwähnen Sie doch bitte auch, dass dies nicht repräsentativ sein kann. Schon deshalb nicht, weil an selbigem Abend im Gymnasium die alljährliche Kulturveranstaltung stattfand. Das wichtige Spektrum der Abschlussjahrgänge, deren Eltern und deren Lehrer fehlte also schon einmal gänzlich auf der Veranstaltung. Und das wissen wir doch auch, dass sich die jüngeren Jahrgänge meistens nur dann in die Stadthalle verirren, wenn sie eine Comedy-Veranstaltung besuchen, oder ein Theaterstück, das im Zusammenhang mit der Deutsch-Abschluss-Prüfung steht.

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